Die Geschichte der Max Böhm-Gesellschaft


Als Max Böhm im Jahr 1982 aus eigenen Werken "In Wirklichkeit ist alles ganz anders" las, ahnte er kaum, dass er damit den Impuls für 300 weitere Benefizveranstaltungen bis 2000 zu Gunsten der Rudolf Steiner-Schule Pötzleinsdorf gab.

 Es war ihm damals wichtig für eine Gruppe von Schülern, die in der Rudolf Steiner-Schule Mauer keinen Platz mehr fand, neue Räumlichkeiten zu suchen und sie ideell und finanziell zu unterstützen. Schließlich waren auch seine vier Enkelkinder davon betroffen, die gemeinsam mit 120 anderen Kindern in  provisorischen Schulräumen in Mauer untergebracht waren.

 Er konnte Alt-Bürgermeister Dr.Zilk - damals noch Kulturstadtrat - davon überzeugen, dass das Schloss Pötzleinsdorf, das leer stand und verfiel nachdem es nicht mehr als Jugendherberge diente, durch die Einquartierung der 2. Wiener Waldorfschule, einer neuen sinnvollen Widmung zugeführt werden sollte.

 Die Auflage der Gemeinde Wien an den Schulverein, die Renovierung und Instandhaltung des Schlosses in Eigenverantwortung zu übernehmen, konnte nur durch die gemeinsame Anstrengung von Eltern, Lehrern und Freunden der Schule bewältigt werden.

 Als eine der Elterninitiativen, Geld für die Renovierung des Schlosses zu erwirtschaften, wurde die Idee Max Böhms - durch kulturelle Veranstaltungen zur Aufbesserung der Schulfinanzen beizutragen - nach seinem Tod von einem Schülervater, Herrn Bergelt, wieder aufgegriffen. 1983 wurde mit anderen interessierten Schuleltern die Max Böhm-Gesellschaft gegründet. Die von ihr organisierten Aktivitäten, für die sich Künstler uneigennützig zur Verfügung stellen, sollen dazu beitragen, Schloss Pötzleinsdorf und die dort angesiedelte Schule auszubauen.

 Waren es anfangs die Freunde von Max Böhm, die sich in den Dienst der guten Sache stellten wie Elfriede Ott, Herbert Mogg, Lilo Mrazek, Kurt Nachmann, Richard Eybner und Kurt Sobotka, der sogar die Obmannschaft und später die Ehrenpräsidentschaft des Vereins übernahm, so gelang es allmählich auch im musikalischen Bereich Schwerpunkte zu setzen. Die ersten Veranstaltungen fanden an verschiedenen Orten außerhalb der Schule statt (im Maurer Schlössl, im Café Landtmann, in den Kammerspielen, im Palais Auersperg) denn es gab noch keine geeigneten Räumlichkeiten im Schloss.

 Am 26. Mai 1984 weihte Oleg Maisenberg den Festsaal der Schule mit einem Klavierabend ein. Es gab damals noch kein Podium, keine Türen, nur einen alten Czapka-Flügel aus der Zeit der Jahrhundertwende, eine Leihgabe an die Schule. Oleg Maisenbergs Künstlerpersönlichkeit und seine musikalische Aussagekraft ließen die Probleme des alten Flügels vergessen und das Rezital wurde zu einem ungeheuren Erfolg. Von nun an war es nicht schwer, Künstler auch im musikalischen Bereich zu einem Benefizkonzert in Schloss Pötzleinsdorf zu bewegen.

 Nur einige Namen seien stellvertretend für die zahlreichen Künstler angeführt, die hier aufgetreten sind. Es haben sich Geiger wie Gidon Kremer, Ernst Kovacic, Julian Rachlin, Pianisten wie Leonid Brumberg, Norman Shetler, Elisabeth Leonskaja, Alexei Lubimov, Barbara Moser, Stefan Vladar, Alexander Satz, Till Fellner und Paul Gulda, Cellisten wie Natalia Gutman, David Geringas, Valter Despalj und Rudolf Leopold, Kammermusiker wie Milan Turkovic, Wolfgang Schulz, Dieter Flury, Volker Altmann, Ernst Ottensamer, Eduard Brunner und Irena Grafenauer, Ensembles wie das Altenberg Trio, das Wiener Brahms Trio, das Haydn Trio, das Hagen Quartett, das Artis Quartett, das Ensemble Wien-Berlin, das Wiener Bläserensemble und das Ensemble Wien, Sänger wie Jewgenij Nesterenko, Robert Holl, Heinz Zednik, Wolfgang Holzmair, Robert Brooks, Sängerinnen wie Joanna Borowska, Christine Whittlesey und Ellen van Lier, Kabarettisten wie Peter Wehle, Gerhard Bronner, Lore Krainer, Die Hektiker und Erwin Steinhauer, Schauspieler wie Richard Eybner, Hans Holt, Sonja Sutter, Wolfgang Hübsch, Christian Futterknecht, Miguel Herz Kestranek, Alfred Böhm und Ernst Stankovski und Unterhaltungskünstler wie der Pantomime Walter Bartussek und der Pianist und Musik-Magier Martin Oswatitsch ohne Honorar zur Verfügung gestellt. Frau Dr.Lucia Gunz hat durch eine ganze Serie von Ausstellungen geführt und der bildenden Kunst durch ihre begeisternden Kunstbetrachtungen viele Freunde gewonnen.

 Das Schloss Pötzleinsdorf wurde so zu einem kleinen kulturellen Zentrum im 18. Bezirk. 1994 wurde der erste Sommernachtsball im Schloss gefeiert - ein Bezirksereignis von besonderer Qualität!

 1999 war schließlich das Geburtsjahr des Festivals: "Kulturtage im Schloss Pötzleinsdorf", das in den Monaten September - Oktober veranstaltet wird. Im stimmungsvollen Ambiente des Schlosses begeistern international bekannte Künstler in Konzerten, Lesungen und Vernissagen das Publikum und beleben mit ihrem Engagement die Idee Max Böhms immer wieder aufs Neue.


Im Herbst 2000 konnten wir mit Unterstützung durch Sponsoren und der Klavierfabrik Bösendorfer einen Konzertflügel CS 214 erwerben. Damit haben wir für alle Pianisten einen neuen Anreiz geschaffen.
www.boesendorfer.com

 
 Wir sind sicher, dass wir auch in Zukunft mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Künstlerfreunde rechnen dürfen und unserem Publikum künstlerisch hochwertige Programme anbieten können.

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